streetfotografie_siegerkameras_mahlke

Streetfotografie ist mehr als in der wikipedia steht. Aber die wikipedia zeigt sehr gut wie vielfältig Straßenfotografie heute ist.
Einige wollen daraus eine Kunst machen, andere wollen damit das Leben auf der Straße einfangen.

Wie geht Streetfotografie heute rechtssicherer und mit Spaß und als fotografische Herausforderung?

Fineart-Streetphotography ist keine Spannerfotografie

Ist es das Ende der Strassenfotografie, wenn man Personen nicht ungefragt fotografieren darf?

Im Zeitalter der überall nutzbaren Digitalkameras sind neue soziale  Verhaltensweisen und neue Einstellungen der sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie zu diesem Thema erforderlich.

Bemerkenswerterweise finde ich eine gute Antwort dazu aus einer Zeit  als es noch keine Digitalfotografie und keine Smartphones gab.

Der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll hat zum Thema des ungefragten und fiesen Fotografierens anläßlich einer Weltausstellung der Photographie einmal folgendes geschrieben:

“Wer am Schlüsseloch lauert, entdeckt natürlich den Menschen in  seiner Gebrechlichkeit. Es ist nicht sensationell, wenn ein  professioneller Tunichgut die .. jeweilige Scham verletzt. Sensationell  ist der kleine Chinesenjunge, der sich mit ungeheurem Ernst über die  Blechbüchse beugt, aus der er seinen Reis ißt. Die Exotik des  Menschlichen liegt nicht im nationalen oder rassistischen Unterschied,  sie liegt im sozialen Unterschied. Die humane Kamera wird entdecken, daß die Menschen nicht überall gleich, sondern überall Menschen sind, deren Menschwerdung gerade erst begonnen hat.”

Damit wären wir mitten in der Debatte um die Streetfotografie heute gelandet.

Welchen Sinn hat eine Straßenfotografie, die ihr Ziel darin sieht, Fotowitze auf Kosten Dritter zu machen und Menschen digital weltweit  sichtbar erkennbar bloßzustellen?

Offenkundig keine außer dem Spaß des Fotografierenden, der mit der  Kamera im Smartphone bzw. in der Hand sich mächtig genug fühlt, um  unbeteiligte Passanten in einem für sie unschönen Moment aufzunehmen und dies dann weltweit zu verbreiten.

Deshalb möchte ich folgende Empfehlungen aussprechen, wenn man sich weiter mit diesem Thema beschäftigen will:

Und dann gibt es da ja noch das Zitat über einen bekannten Fotografen von seiner Frau Elena Prohaska Glinn. Sie schrieb in dem Fotobuch über Kuba 1959 den Satz: “Dieses Buch ist unserem Sohn Sam Glinn gewidmet, der von Burt gelernt hat, dass ein Foto von hinten oft besser ist als eines von vorn.”

Eben aus der Praxis für die Praxis...